Apr 26

Mein Weg in die Freiheit – Endlich Nichtraucher – Tag 1 – 4

Tag 1: Montag 23.04.2012

Es ist ein ganz normaler Tag wie jeder andere.

Ich stehe um 6:15 Uhr auf, gehe direkt unter die Dusche und mache mit für die Arbeit fertig. Um 6:45 Uhr rauche ich meine erste Zigarette auf den Weg zu meiner Arbeitsstätte. Bereits um 7:30 Uhr mache ich die erste Raucherpause, weitere folgen um 09:00 und 11:00 Uhr. In der Mittagspause rauche ich im etwa 12:15 Uhr eine weitere Zigarette, während ich mit meinem Hund Gassi fahren. Bevor ich meine Mittagspause um 13:00 Uhr beende, rauche nochmal eine. Die letzte Raucherpause während der Arbeit mache ich um 15:00 Uhr. Um 16:30 Uhr habe ich Feierabend. Auf dem Heimweg mit dem Fahrrad wird natürlich noch eine geraucht.

Ich mache mich fertig zum Laufen und gehe um 17:00 Uhr mit meinem Hund Amonty und MP3-Player auf meine Laufstrecke. Heute höre ich wieder ein paar Tracks des Hörbuches von „Allen Carr – Endlich Nichtraucher!“. Ich hatte bereits die ersten 3 Tracks beim letzten Lauf gehört, danach aber ganz normal weitergeraucht, als ob alles an mir einfach abgeprallt wäre.

Ich höre weitere 2 Tracks und entschließe kurzfristig nicht mehr zu Rauchen. Einfach so! Ich möchte mich einfach den Qualen der Sucht nicht länger hingeben.

Direkt nach dem Laufen hatte ich während ich mich dehne eine geraucht. Also gleich die erste Mutprobe, Dehnen auf dem Balkon ohne Zigarette.

Während des Abends dachte ich fast nicht ans Rauchen, obwohl ich abends normalerweise noch ca. 5-7 Zigaretten rauche. Aber heute war ich ausgelastet. Duschen und umziehen, Abendessen vorbereiten und essen, kurz mit meinem Sohn spielen und bevor wir um 21:00 Uhr bereits ins Bett sind, habe ich noch etwas gebügelt.

 

Tag 2: Dienstag 24.04.2012

Eigentlich beginnt heute erst der erste Tag. In der Nacht bin ich kurz 2x aufgewacht und dachte kurz ans Rauchen. Ich bin aber nicht wegen den Entzugserscheinungen aufgewacht, sondern ich wache öfters nachts auf um meinen Durst zu löschen oder um meine Schlafposition zu wechseln.

Ich geh nach dem Aufstehen um 06:00 Uhr Duschen und in die Arbeit. Meine Gedanken kreisen nun im 5 Minutentakt nur noch rund ums Rauchen. Verspüre ich Entzugserscheinungen oder sind die wie Allen Carr behauptet so gering, dass man sie nicht wirklich wahrnimmt. Was man merkt ist die Angst davor irgendwas zu vermissen und hergeben zu müssen. Die in Wirklichkeit absolut unbegründet ist. Dennoch habe ich starke Zweifel an mir und an Allen Carr´s absolut logischen und nachvollziehbaren Argumenten.

Aber das einzige Entzugssymptom ist das Wasserzusammenlaufen im Mund, als ob gleich meine Lieblingsmahlzeit auf den Tisch kommt. Wirklich unangenehm und es gaukelt mir vor, dass ich hunger hätte. Leider sind die 2 Käselaugen, die ich mir jeden Morgen beim Bäcker hole bereits bis 8:30 Uhr verputzt.

Der Vormittag dauert eine gefühlte Ewigkeit. Immer wieder denke ich ans Rauchen, schwierig wurde es, als mein Kollege nachfragte, ob wir kurz Rauchen gehen. Ich sagte: „Nee, ich versuche das Rauchen einzuschränken und rauche während der Arbeitszeit nicht mehr“. So Problem 1 elegant gelöst ohne mich selbst unter Druck zu setzen.

Ich beobachte mich selbst um meine Umgebung und achte auf Unterschiede. Sonst war der Arbeitstag viel schneller vorbei, die regelmäßigen Raucherpausen, ließen ihn wohl kürzer erscheinen.

 

Tag 3: Mittwoch 25.04.2012

Jetzt schon nehme ich mehr Gerüche war, leider bisher aber nur Schlechte…

Das Mittagessen schmeckt besser als sonst. Es gab einfach nur Spaghetti Bolognese. Nicht unbedingt mein Leibgericht, aber heute hatte es schon Potential dafür.

Das erste Intervalltraining seit Januar, vertrug ich im Vergleich zum letzten Mal sehr gut.

Abends beim Halbfinalspiel Real Madrid gegen Bayern München, kamen sehr oft die Momente, jetzt würdest normalerweise eine Rauchen. Daran habe ich auch gemerkt, dass ich es noch nicht ganz gecheckt habe und anscheinend irgendwas vermisse, obwohl es da nichts zu vermissen gibt!

Es sei noch angemerkt, dass ich noch niemand von meinem Vorhaben bzw. ersten Schritten in eine bessere rauchfreie Zukunft erzählt habe. Nicht einmal bzw. vor allem nicht meiner Frau. Noch ist die Angst vor der Pein des Versagens zu groß.

 

Tag 4: Donnerstag 26.04.2012

Ein Wiederholungsaudit sorgte heute während auf der Arbeit für ordentlich Abwechslung. Kaum einen Gedanken habe ich ans Rauchen verschwendet.

Ich denke das ich das gröbste nach knapp 80 Stunden ohne Rauchen hinter mir habe. Entzugserscheinungen empfinde ich jedenfalls keine.

Ich entschließe mich den ersten Teil meines Weges in die Freiheit auf meinem Laufblog zu veröffentlichen.

 

Sport frei!
Thomas

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3 Kommentare

1 Ping

  1. Hallo Thomas,

    na hör mal – nach dem Laufen beim Dehnen eine Zigarette rauchen! Was ist das denn bitte!? Also dümmer geht’s ja wohl kaum! Sorry!

    Also – ab jetzt Schluß mit dem Käse! Wann immer Du Bock auf ’ne Kippe hast – iss einfach Obst. Einen Apfel oder zwei Kiwis oder …. . Klar – das mußt Du dann immer gerade parat haben, aber Kippen waren ja auch immer genügend da. 😉

    Ich bin seit 2004 clean. Habe auch von heute auf morgen aufgehört. Vorher gab es schon mehrere gescheiterte Versuche. Aber seit September 2004 nix mehr – keinen Rückfall. Und heute – nein – absolutes NOGO! Rauchen ist Scheiße!

    Also – zieh‘ das durch! Du schaffst das! Beim Training bist Du ja auch kein Weichei.

    Alles Gute!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Servus Thomas,

    ich hab Dir ja meine Meinung schon in Oettingen darüber gesagt und mit Deiner Frau auf der Arbeit auch schon gelästert 😉
    Richtig so. Ein richtiger Läufer raucht nicht !!!!!!!!!!
    Dann klappts auch irgendwann mal mit sub3

    Gruß

    Rainer

    • Jens Kirchner on 18. Juli 2012 at 12:35
    • Antworten

    Gegen die Entzugserscheinungen hilft es oftmals die positiven Veränderungen bewußt mitzuerleben: Man fühlt sich fitter, Geschmacks- und Geruchsempfinden steigern sich etc.

  1. […] Kaum zu glauben aber es ist tatsächlich bereits ein Jahr her, seitdem ich vom Rauchen meinen Abschied nahm. Am 23. April 2012 entschloss ich mich während eines lockeren Trainingslaufes für ein Nichtraucherleben. […]

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