Neue 10km-Bestzeit beim 38. Leipzig Marathon 2014

E10km Leipzig Marathon 2014 017nde letzten Jahres habe ich über ein Facebookgewinnspiel des Veranstalters des Frankfurt Marathons einen kostenlosen Startplatz für den Leipzig Marathon gewonnen. Erst wollte ich nicht antreten, da ich nicht davon ausgehen konnte, bis zum April fit zu sein für einen Marathon. Ohnehin plante ich 2014 nur den München Marathon im Herbst zu laufen. Also wegen einem Halbmarathon oder 10km-Lauf hinfahren lohne sich die etwa 3,5 stündige Anfahrt nicht, so meine Gedanken. Aber als meine Frau davon Wind bekam, war Sie gleich Feuer und Flamme ein Wochenende in Leipzig zu verbringen. Ganz selbstlos 😉 habe ich dann ein Wochenende für uns beide gebucht.

Ursprünglich hatten wir geplant unsere beiden Kleinen bei Oma Zuhause zu lasen, doch als diese sich eine Erkältung zuzog, haben wir uns entschieden die beiden kurzfristig mitzunehmen. So hat sich die Abfahrt etwas hingezogen und wir waren erst am Freitag Nachmittag in Leipzig angekommen. Nach kurzem Einchecken, gingen wir gleich in die Innenstadt zum Shoppen. Am Samstag haben wir dann anstatt einer ausgiebigen Stadterkundung, dem Leiziger Zoo einen Besuch abgestattet.

10km Leipzig Marathon 2014 047Aber bevor es in den Zoo ging, habe ich direkt nach dem Aufstehen einen kurzen Morgenlauf von 2 Kilometern im normalen Dauerlauftempo gemacht. Eine winzige Einheit, aber laut meinem Trainer wichtig. Normalerweise kein Problem, doch der bisher leichte Rheumaschub machte sich nun auch in der linken Hüfte breit. Die ersten 300 Meter bin ich eher gehumpelt wie gelaufen. Die Schmerzen waren mittelstark, ließen aber allmählich nach. Nach 1,5km lief ich dann richtig rund. Mir machte das natürlich für den anstehenden 10km-Lauf sorgen, weitere Gedanken daran würden mich aber nur runter ziehen. So habe ich mich voll auf meine Family und den Tag im Zoo konzentriert. Am Ende des Tages waren dann auch alle Happy, während Papi noch ordentlich Carboloading beim Italiener betrieb ;-)…

Am Sonntag dann nach dem Aufstehen gleiches Spiel wie am Vortag, da der 10km-Lauf erst am Nachmittag um 13:45 Uhr startet. Die Spannung war groß, zumal ich der Nacht auch ein paar mal stechende Schmerzen in der Hüfte spürte. Ich ging vom Hotel auf den breiten Fußweg, resetete meine Garmin, atmete noch einmal tief ein und lief los. Ähh nein, es  war wieder ein humpeln. Doch der Schmerz war deutlich stärker als Gestern, sodass sogar die Tränen in die Augen schießen. Ich beise mich durch und nach endlosen 300 Metern bin ich wieder halbwegs geschmiert und laufe die 2 km wieder normal runter.

Im Hotel zurück nehme ich gleich Ibuprofen, aber nicht um den Schmerz zu betäuben, nein wegen der entzündungshemmenden Wirkung. Klar ein bisschen betäubt das Ibu auch, aber das war nicht der Hauptgrund meiner Einnahme. Im Übrigen empfielt das auch mein Rheumatologe so.

Irgendwie waren wir an dem Tag ein bisschen zu gemütlich unterwegs. Zwar stand am Sonntag nur Frühstücken, Packen und Auschecken auf dem Plan, trotzdem waren wir damit erst knapp 2 Stunden vor dem Start fertig. Bei einem normalen Lauf eigentlich genügend Zeit, dachte ich und wurde fast eines besseren belehrt. Zwar fuhr unsere Tram planmäßig, doch hatte ich nicht mit so einer langen Wartezeit, Fahrt und Laufweg zum Meldebüro gerechnet. Am Ende war ich genau 1 Stunde vor dem Start (also zum Meldeschluss) im Meldebüro und habe meine Startertüte geholt.

10km Leipzig Marathon 2014 012Das Sichten der Startunterlagen war dann eher enttäuschend. Wirklich nichts drin in der Tüte außer uninteressante Werbezettel. Ich habe dann alles in den Müll bis auf meine Startnummer…

Nach einer ewigen Suche nach einer Toilette, nachdem die Haupttoilette wegen Defekts gesperrt war, zog ich mich vor der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig um. Danach gingen wir zum Startbereich. Das ganze Gelände war für uns Provinzler ungewöhnlich weitläufig. So waren wir erst um 13:25 Uhr am Start, weshalb ich mich gleich zum Warmlaufen verabschiedete. Locker nochmal gut 2 Kilometer mit ein paar Steigerungen. Zum Glück völlig schmerzfrei. Scheinbar muss die Hüfte morgens nur etwas „geölt“ werden…

Um 13:40 Uhr war ich dann mit meinem Aufwärmprogramm fertig und  wollte dann nochmal kurz zu meiner Frau, um das im Rucksack deponierte Gel zu mir zu nehmen. Aus irgendeinem Grund dachte ich der Start sei erst um 14:00 Uhr, doch als ich die Menschenmassen im Startbereich sah, fiehl es mir wieder ein, dass der Start bereits um 13:45 ist. Nun began das große Durchdrücken von hinten. Ich hatte absolut unterschätzt wie viele Läufer die 10 Kilometer laufen und war nur wenige Sekunden vor dem Start in der dritten Reihe angelangt. Ich hatte einen total trockenen Mund und das Gel habe ich auch nicht mehr holen können. Aber groß Zeit, mich darüber zu ägern hatte ich nicht, denn schon began der Countdown. 

Neben mir standen einige iPhone-am-Arm-Träger, von denen man genau weiß, dass sie sich maßlos überschätzen und meistens nur hinderlich für die schnelleren Läufer sind. Bisher habe ich noch keinen solchen Läufer gesehen, der unter 45 Minuten laufen kann. Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen langsamere Läufer als ich und auch nichts dagegen, dass die wie halbe Cyborgs unterwegs sind. Mich stört nur, dass diese Läufer andere ambitionierte Läufer mit Ihrer Selbstüberschätzung behindern. Deshalb bin ich schon seit langem ein Befürwörter einer geordneten Startaufstellung (wie beim Marathon) auch für die kürzeren Läufe wie den 10 Kilometerlauf.

Neuhaus ist liegt mir immer noch schwer im Magen und kurz vor dem Start, bin ich nochmals die Fehler gedanklich durchgegangen, die ich in Neuhaus während des Rennens beging. So plante ich für heute, die Bestzeit von 37:45 Min von Neuhaus zu unterbieten. Hierzu wollte ich die ersten 5 Kilometer im 3:45 Tempo laufen, um dann zu schauen, ob eine Verbesserung der Bestzeit drin ist oder ob ich nur diese Zeit laufen kann. Immerhin musste ich 3 Wochen krankheitsbegingt wichtige Trainingseinheiten ausfallen lassen. Meine Einschätzung war also eher pesimitisch/realistisch.

Und schon ging es los. Es sollte der erste Start werden, bei welchem ich am Anfang nicht überpace, was ich sofort in Form von nach hinten Durchreichen zu spüren bekomme. Doch ich lies mich nicht beirren und lief den ersten Kilometer in 3:43 Min.

Voll im Plan, aber auf etwa Platz 40, begann bereits ab dem zweiten Kilometer die Aufholjagd. Ich sah einen Barfußläufer, der mit einer selbstgebastelten Sandale lief. Er machte ordentlich Tempo und lief recht gleichmäßig. Nicht zu unterschätzen, war auch der Windschatten, welchen der ca. 1,90m große Läufer warf. Immerhin wehte der Wind mit 20 km/h uns um die Ohren. Ich hängte mich also an in dran, um so Kraft zu sparen.

Wir liefen die beiden nächsten Kilometer in 3:45 und 3:46 Min und holten dabei alle „Cyborgs“ und ein paar andere Überschätzer ein. Bisher lief alles nach Plan, ich war gut drauf, fühlte mich gut und hatte sogar die Luft kurze Späße mit dem Barfußläufer zu machen.

10km Leipzig Marathon 2014 042Auf dem vierten Kilometer liefen wir auf die vermeintlich erste Frau auf, welche sich im Ziel dann aber nur als die dritte Frau (auch schon zu diesem Zeitpunkt) herausstellte. Die Frau, Ihre zwei Begleiter und unsere Gruppe mit dem Barfußläufer vorne dran, machten ordentlich Druck und so liefen wir diesen Kilometerabschnitt in nur 3:42 Minuten.

Nachdem wir die Frau hinter uns ließen und uns von der Gruppe verabschiedeten, machte ich den Fehler und sagte dem Barfußläufer, dass er ja immer schneller werde und seinen Job als Pacemaker prima mache. Umgewollt wurde er dann immer langsamer, was ich zum Glück relativ schnell merkte und die Führungsarbeit übernahm. Er wollte aber gar nicht mit mir mithalten und so musste ich leider allein gegen den Wind laufen. Es war sehr anstrengend und obwohl ich mir größte Mühe gab das Tempo hoch zu halten, lief ich den Kilometer in nur 3:48 Min.

Zum Glück lief nun von hinten ein starker Läufer zu mir auf und konnte ohne Probleme an mir vorbei ziehen. Der hatte sich sicherlich in der Startaufstellung zu weit hinten platziert oder war zu spät dort angekommen, was sich nun für mich als Vorteil herausstellen sollte. Durch seinen Windschatten, konnte ich sein Tempo mitgehen. Er lief mir fast ein bisschen zu schnell, doch allein gegen den Wind wollte ich nicht laufen. Also lief ich mit ihm mit und den Kilometer 6 in 3:39 Min.

Inzwischen liefen wir wieder auf der gleichen Strecke wie die Halbmarathonis, was für uns Schlangenlinienlaufen bedeutete. Die Halbmarathonis waren zwar echt langsam im Vergleich zu uns, doch nicht mehr ganz so dicht gedrängt, wodurch das Durchschlängen nur wenig Kraft und Zeit kostete. Den siebten Kilometer liefen wir in 3:43 Min und überholten und holten einen Läufer ein.

Bei Kilometer 8 verabschiedte sich dann der eingeholte Läufer von unseren kleinen Gruppe. Mein Pacemaker von der USV TU Dresden wurde immer schneller. Ich hielt mit und lief diesen Abschnitt in 3:41 Min.

Langsam ging das Rennen seinem Ende zu und ich der Läufer verschärfte das Tempo weiter. Ich fühlte mich zwar deutlich besser als vor einigen Wochen noch in Neuhaus, doch war ich mir sicher, das Tempo des Läufers nicht bis zum Ende halten zu können. Am Anfang des neunten Kilometer musste ich dann abreißen lassen und das obwohl ich den Kilometer in 3:37 Min. lief.

Der letzte Kilometer war angebrochen. Jetzt hieß es nochmal alles geben, im Ziel würde man ja im Notfall versorgt 😉 Mein Pacemaker war schon fast aus Sichtweite und wurde immer noch schneller. Ich beschleunige schon etwa 500 Meter vor dem Ziel merklich, als ich die Moderatoren höre. Auf den letzten 200 Metern setze ich bereits zum Sprint an. Den letzten Kilometer laufe ich in 3:32 Min. und merke leider erst 20 Meter vor dem Ziel, dass heute sogar eine Sub 37:00 Min drin gewesen wäre. Ich setze also eine Schippe drauf, die leider nichts mehr bringt und gehe in glatten 37:00 Minuten durch Ziel.

10km Leipzig Marathon 2014 041Ich ärgere mich nur ganz kurz über die verpasste Sub 37:00 und freue mich dann gemeinsam mit meiner Family über eine tolle neue Bestzeit. Unser Großer ist von der Veranstaltung total geflasht und läuft mit mir gemeinsam zum Abholen der Finishermedaille, die natürlich er umgehängt bekam 😉
Am Ende war ich 19. von insgesamt 1586 Finishern, 18. von 885 Männern und Dritter in meiner Altersklasse. Nach dem Duschen habe ich noch einen Team-Kollegen vom Tiger-Balm-Team getroffen und ein bisschen gefachsimpelt, bevor wir die Heimreise antraten, die trotz Osterferienstart staufrei verlief.

Übrigens untergebracht waren wir im Day Inn Leipzig City Centre. Ein nicht besonders modernes Hotel, dafür sauber und super freundliches Personal (hilfbereit und lösungsorientiert). Der Preis von 99.- € für uns Vier inklussive Frühstück im 3 Zimmer Appartment, mit Küche und Badwanne, kann sich sehen lassen und hat starke Tendenz zum Geheimtipp.

In Erinnerung bleibt ein tolles Wochenende in Leipzig, was sicherlich nicht unser einziger Besuch in der offenherzigen und schönen Stadt bleibt. Wir kommen bald mit Sack und Pack wieder.

Sport frei!
Thomas

 

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8 Kommentare

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  1. Wow! Schöner Bericht und Glückwunsch zur neuen Bestzeit!

    Grüße

    Mathias

    1. Danke Mathias.

  2. Hallo Thomas
    Herzliche Gratulation zur schnellen, neuen 10er Bestzeit! Genial gemacht!
    Geduld bringt Rosen, sagt man doch so schön. Deine Laufeinteilung war diesmal super perfekt!
    Danke für deinen interessanten Bericht aus Leipzig.
    Wir hatten uns noch überlegt, statt am 6.4. in Zürich, am 13. in Leipzig zu starten. Irgendwann in den nächsten Jahren werde ich bestimmt mal in die Heimatstadt meines Opas reisen, um sie Marathon laufend zu erkunden.
    Sportliche Grüsse aus der CH
    Marianne

    1. Herzlichen Dank Marianne. Ich habe zwar nur einen kleinen Teil von Leipzig gesehen, aber das was ich gesehen habe, hat mir sehr gefallen. Ich kann mir auch gut vorstellen, mal in Leipzig Marathon zu laufen, zumal die Strecke ja nachweislich schnell ist 😉

      Sport frei!
      Thomas

    • Ron (eltrash) on 19. April 2014 at 16:54
    • Antworten

    Hi Thomas, schön, dass es Euch auch mal in den Ostteil der Republik verschlagen hat. Deine Berichte lesen sich wie Krimis, die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Das find‘ ich richtig Klasse. Mittlerweile hast du auch den Dreh mit der richtigen Taktik raus, Glückwunsch zur Bestzeit.
    Grüße aus Magdeburg
    Ron
    P.S. Herrlich auch die „Cyborgs“ 🙂

    1. Seruvs Ron,

      es ehrt mich sehr, dass dir meine Art der Wettkampfbericht gefällt. Irgendwann laufen auch wir uns mal über den Weg…

      Sport frei!
      Thomas

    • Daniel Matloddy on 22. April 2014 at 16:23
    • Antworten

    Hey Thomas,
    herzlichen Glückwunsch zur neuen PB ! Ist ja noch früh in der Saison, da wird noch einiges drin sein 😉

    Gruß
    Daniel

    1. Danke Daniel. Es ist zwar noch früh in der Saison, aber diese Bestzeit war schon lange fällig…

      Sport frei!
      Thomas

  1. […] genug im Training weiter auf die Tube zu drücken und das mit Erfolg. Im Rahmen des Leipzig Marathons, griff ich nochmal die 10km-Bestzeit an und pulverisierte die mit ganz genau 37:00 Min. Ja ich […]

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