Jan 03

Läuferknie – Bursitis des Tractus iliotibialis

Anatomically correct medical model of the human body, muscular man close up.Es gib einen Grund, warum von mir die letzte Zeit nichts zu lesen gibt. Der Grund lautet ganz einfach es läuft nicht und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht das ich keine Lust zum Laufen habe – Nein, ganz im Gegenteil. Ich muss es mir regelrecht verbieten. Der Grund hierfür liegt in einer Schleimbeutelentzündung im linken Knie begründet. Nun aber die Geschichte von vorn…

Seit Wochen habe ich beim Laufen ab erreichen einer bestimmten Kilometerzahl Probleme. Das Ganze fing nach einer starken Erkältung Anfang November an. Ich konnte als ich wieder genesen war, nicht mehr als 8 Kilometer laufen, ohne langsam stärker werdende Schmerzen im Knie zu bekommen.

Anfangs machte ich mir daraus nichts, denn es ist bei mir üblich, dass sich mein Rheuma nach einer Erkältung meldet, dann aber wieder schnell verschwindet. Doch dieses Mal war das anders. Die schmerzfreien Kilometerabschnitte wurden immer kürzer auch Mal eine Woche Pause hat keine Besserung bewirkt.

Mein Hausarzt hat dann ein MRT veranlasst und ggf. einen Menikusschaden auszuschließen. Dank meiner Frau bekam ich auch sehr kurzfristig einen Termin.

Die Diagnose des Radiologen:

„Kräftiger Reizzustand der lateralen Gelenkkapsel in Höhe des lateralen Femurcondylus. DD käme in Frage
Bursitis des Tractus iliotibialis. Diskrete Degeneration in den beiden Menisci ohne Hinweis auf eine Rissbildung. Kein Knorpelschaden. Diskereter Reizzustanden des Innenbandes bzw. der angrenzenden medialen Gelenkkapsel im tibialen Abschnitt.“

Lange Rede kurzer Sinn. Die wesentliche Diagnose lautet Bursitis des Tractus iliotibialis (Entzündung des Schleimbeutels des Außenbandes) in Läuferkreisen auch als Läuferknie bezeichnet.

Anatomically correct medical model of the human body, muscular man close up.

Da das Läuferknie besonders häufig bei Langstreckenläufern vorkommt und ich im abgelaufenen Jahr die Umfänge massiv noch oben geschraubt habe und ziemlich unvorbereitet meinen ersten Marathon gelaufen bin, legt die Vermutung nahe, dass dies die Ursache ist. Allerdings bin ich auch Morbus Bechterew erkrankt und die Winterzeit ist bekanntlich auch die Rheumaschubzeit, zumindest bei mir. Ein weiterer Grund, der für einen Rheumaschub spricht ist, dass ich die Laufumfänge sehr reduziert habe und die Probleme im Knie erst nach der Reduzierung aufgetaucht sind.

Die typische Therapie sieht folgendermaßen aus (Quelle runnersnews.de):

„Neben der Möglichkeit von physikalischen Maßnahmen, wie z. B. zunächst Schonung und thermische Behandlung bis zum Abklingen der akuten Beschwerden, stabilisierende mechanische Hilfsmittel (z. B. Bandagen) vorsichtige krankengymnastische Übungsbehandlung, individuell angepasste Muskelaufbauprogramme mit allmählicher Belastungssteigerung und begleitende thermische und manuell-physikalische Maßnahmen (Massagen) kann auch die medikamentöse Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. ASS, also Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac) zum Einsatz kommen. Linderung versprechen auch spezielle Massagetechniken, welche die schmerzbedingt verkürzte Muskulatur an der Außenseite des Beines lockern und dehnen sollen. Im Vordergrund der Behandlung steht jedoch immer die Vermeidung erneuter Beschwerden.“

In den Griff bekommen habe ich mein Läuferknie allerdings noch nicht. Deshalb bin ich zur Zeit ziemlich abgeschlagen, da ich das Laufen stark vermisse und habe mich die letzten Wochen auch von meinem Blog eine Auszeit gegönnt.

Ich hoffe ich bekomme das Läuferknie baldmöglichst in den Griff, auch wenn jetzt schon feststeht, dass ich meine bereits fertige Jahresplanung nochmals komplett überarbeiten darf.

Sport frei!
Thomas

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11 Kommentare

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  1. Lieber Thomas,

    erstmal wünsche ich Dir trotzdem alles Gute im Neuen Jahr! Ich habe Deine Begeisterung, Deine Umfänge, Deinen Hang immer schneller, immer besser und immer länger mit Besorgnis gelesen und festgestellt. Ich habe sehr viele Eigenschaften (sei es positiv oder negativ…) von mir auch bei DIR erkannt. Aber ich war erstaunt, wie Du alles weggeputzt hast und Dein Körper alles mit sich hat machen lassen!

    Jetzt lese ich Deinen Eintrag und möchte Dir einfach Mut zusprechen. Aber klar läuft es bei DIR. Es gibt nicht nur laufen. Es gibt so viele andere Sportarten, die für einen hervorragenden Ausgleich sorgen! Versuch es vor allem mit Schwimmen, aber auch Fahrrad, Walking, Kraftübungen uvm.

    Übrigens ich hatte auch ein „angebliches“ Läuferknie. Viele Behandlungen taugten nur kurzfristig und der Schmerz kam immer wieder. Die Lösung meines Problems waren dann ganz einfach Einlagen…. Hast Du das auch schon mal überprüft.

    Kopf hoch und denk an mich: Nur Laufen und so viel ist ungesund!

    Sportliche Grüße Paul Launer

    1. Danke für deinen Zuspruch Paul. Es ist richtig, dass ich meinem Körper viel zugemutet habe im abgelaufenen Jahr. Vielleicht ist das jetzt die Rache dafür (aber nur vielleicht, wie oben schon angesprochen).

      Ich bin immer noch auf der Suche nach Heilung und probiere echt viel. Ich habe sogar schon eine Leberreinigung versucht (mach ich nie wieder!). Aktuell versuche ich es mit 15-20x Mal am Tag Dehnen der Adduktoren und des Tractus iliotibialis. Wenn das nicht funktioniert werden ich mal eine Triggerpunkttherapie oder Massagerolle versuchen.

      Zum Thema Einlagen scheiden sich ja die Geister und obwohl ich selbst Besitzer von auf mich angepassten Bauerfeind Triactive Ortho-Einlagen bin, nutze ich diese aus Überzeugung nicht. Habe diese letztes für das Partellaspitzensyndrom verschrieben bekommen und haben da schon nichts genutzt. Ich bin eben Neutralfußläufer und da braucht man meiner Meinung nach das nicht. Aber ich respektiere auch andere Meinungen und glaube dir auch, dass das bei dir die Lösung war.

      Mit den Alternativsportarten halte ich mich derzeit über Wasser, ansonsten würde ich im Selbstmitleid versinken. So fahren ich 2-3 in der Woche Ergometer und 2x mache ich Krafttraining. Das mit dem Schwimmen klappt bei mir nicht so. Ich muss erst einen Kraulschwimmkurs machen. Vielleicht hast du da einen Tipp für mich?

      Sport frei!
      Thomas

  2. Hab scheint’s auch diese iliotibial-reizung. Früher sprach Orthopäde nur von tibiofibularer Störung. Leider kam nun in teainingspauae in verbindung m starkem sxhlag aufs sxhienbein eine venenthrombose hinzu. Brauxht kein mensch, hab mich aber trotz kompressionsstrumpf und blutverduennung nicht hängen lassen und training langsam wieder aufgenommen. Was blieb ist die reizung der tibia.

    1. Da wünsche ich dir gute Besserung und übertreibe es besser nicht mit dem Training. Ich würde dir Radfahren empfehlen, damit bleibt man sehr gut fit.

      Sport frei!
      Thomas

      1. Danke f d tipp mit nicht-ubertreiben. Habe zwar zwei wunderschoene Räder (Rennrad&MB), fühle mich jedoch soviel mehr z laufen hingezogen als zum radeln. Wahrscheinlixh bin ich zu undiszipliniert oder leide noch zu wenig…

        1. Hallo!
          Ich hab seit ca 3 Monaten auch itbs und habe alles probiert.
          Nun hab ich beim Auto fahren gemerkt das wenn ich das it Band nach oben
          Richtung Oberschenkel ziehe beim Kupplung treten keine schmerzen mehr habe.
          Also bin ich in die Spielkiste meiner Tochter gegangen und habe mir eine ca. 25mm
          große Holzkugeln genommen und an die aussenseite meines Knies zwischen Aussenband
          und it Band ziemlich weit vorn kurz vor dem Kniegelenk gelegt und mit einer Bandage fest fixiert.
          Damit bin ich dann ca 14 Tage tagsüber herum gelaufen, auch auf Arbeit (als Dachdecker) hab ich
          das getragen. Nachts hab ich es abgenommen. Schon am zweiten Tag hatte ich keine Schmerzen mehr
          beim Auto fahren(Kupplung treten) oder auf Arbeit Gerüst hoch und runter.
          Durch die Holzkugeln habe ich sozusagen die wunde stelle am it Band verschoben.
          Probierte mal aus, geht super. Achso dehnen nicht vergessen.

          1. Danke für den Tipp Uwe. Zwar habe ich das Problem nicht mehr, aber vielleicht können andere Leser deinem Tipp mal ausprobieren. Ich behalte ihn auf jeden Fall im Hinterkopf, wenn ich wieder Beschwerden mit dem IT-Band habe.

            Sport frei!
            Thomas

            • REINI on 2. Mai 2014 at 16:36

            Die idee m d kugeln finde ich nicht abwegig. Das it-Problem hat ja sehr etwas von Immobilisirung, sodaß knieaußenseite teils regelrecht „einschläft“. Auch mir bringt die manipulation am band im Sinne von physiotherapie immer wieder linderung. Remobilisation quasi, es leben die Holzkugeln vo
            n Uwe !

  3. Hallo Thomas, mich würde ja brennend interessieren wie Du es geschafft hast, dass Du das mit dem „Läuferknie“ in den Griff bekommen hast. Habe jetzt auch die Diagnose Bursitis des tractus Iliotibialis und bin gerade recht frustriert darüber. Bin vor vier Wochen noch den Marathon in Hamburg mit Bestzeit gelaufen und danach fingen die Probleme an. Pausen bringen auch keine wirkliche Hilfe. Frrustriert gerade schon :-(!!

    Liebe Grüße

    1. Hallo Guido,

      so ein Läuferknie ist keine schöne Sache und die von Läufern üblichen Pausen für die Heilung, sind in der Regel zu kurz. Bestimmte Dehnübungen helfen bei der Heilung, aber die Pause ist wichtig. Ich habe das gut mit Fahrradfahren kompensiert und meine aktuelle Form auch so zu fast 90% erhalten können.

      Hier noch der Link zu weiterführenden Informationen: http://www.joggen-online.de/gesundheit/sportverletzungen/laeuferknie.html

      Sport frei!
      Thomas

      1. Hi Thomas,
        vielen Dank für Deine Antwort. Dann heißt es wohl wirklich lange Pause 🙁 zumindest mit dem Laufen. Schonmal gut zu wissen das Du Deine Form mit Fahrradfahren fast aufrecht erhalten konntest. Werde ich dann wohl jetzt in Angriff nehmen!!!
        Vielen Dank und liebe Grüße

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