Rheumaschub wenige Wochen vor dem Marathon

Nun befinde ich mich mitten in der Marathonvorbereitung. Die erste Woche liegt bereits hinter mir. Allerdings verlief diese Woche alles andere als wie in einer Marathonvorbereitung vorgesehen. Ich bin nämlich genau 3,5 Kilometer gelaufen. Der Grund ist, dass es seit etwa 3 Wochen an allen Ecken und Enden zwickt und zieht. Nachdem sich nach einer lockeren Woche keine Besserung einstellte, habe ich mich auch aufgrund der Empfehlungen im Jopmap-Forum entschlossen eine Woche praktisch auszusetzen (letzte Woche).

Nachdem sich nun auch keine Besserung hierdurch einstellte, habe ich mich doch durch gerungen einen Arzt, genauer gesagt Orthopäden aufzusuchen. Ich bekam durch eine kurzfristige  Lücke, heute einen Termin. Nachdem ich meine Leidensgeschichte erzählt hatte und ein Beweglichkeitstests gemacht waren, wurde meine Hüfte geröntgt. Auf dem Bild sah man, dass der Gelenkspalt für mein Alter deutlich verschmälert ist. Der Orthopäde geht aktuell davon aus, dass ich einen Rheumaschub habe und empfiehlt die Dosierung von NSAR zu erhöhen. In meinem Fall bedeutet das 1200mg Ibuprofen täglich. Um seinen Verdacht bestätigen zu lassen, soll ich meinen Blutwerte kontrollieren lassen. Wenn ein Entzündungswert erhöht ist, ist sein und mein Verdacht bestätigt.

Im weiteren Gesprächsverlauf hat er mir natürlich von meinem Vorhaben abgeraten. Nicht nur unbedingt aufgrund des aktuellen Rheumaschubs, sondern generell. Als Morbus Bechterew-Kranker sei Marathonlaufen nicht gut, da man hier an seine körperlichen Grenzen geht. Die alte Leier also… Ich kann seine Meinung zwar grundlegend verstehen und nachvollziehen, allerdings gibt es genügend Bechterewkranke (siehe z.B. hier), die mich vom Gegenteil überzeugen (sogar in meinem Verein).

Also nach lang hin und her hatte ich mich entschlossen das Risiko einzugehen und das Marathontraining fortzusetzen. Montag hatte ich den ersten Tempolauf gemacht (allerdings waren die Vorgaben nicht einzuhalten). Am Mittwoch konnte ich aber schon die kompletten 17x400m sogar teils bis zu 3 Sekunden schneller als vorgegeben laufen.

Bis zu diesem Zeitpunkt lief es hervorragend. Doch dann kam der Wetterumschwung. Rheumakranke merken das ja in den Knochen, also leider auch ich. Nachdem am Donnerstag trainingsfrei war, musste ich den normalen Dauerlauf über 20 Kilometer auf 11 Kilometer verkürzen, da das Ziehen von der Hüfte ausgehend zum Knie sich langsam in einen Schmerz wandelte.

Am Samstag habe ich mich dann vollends bei Jörg´s Birthrace (Bericht folgt) abgeschossen. Das Rennen konnte ich finishen, allerdings bin ich jetzt nur noch humpelnd unterwegs.

Mein „Selbstversuch“ kann wohl damit als gescheitert angesehen werden und die Marathonvorbereitung ist damit mal wieder auf Eis gelegt.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht habe ich ja Glück und der Rheumaschub verabschiedet sich noch rechtzeitig vor dem München-Marathon.

Sport frei!
Thomas

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5 Kommentare

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    • Rainer on 2. September 2012 at 13:39
    • Antworten

    Bei welchem Orthopäden warst du denn?

    1. Kurzfristig habe ich nur beim Dr. Ley in Dinkelsbühl einen Termin bekommen.

      Sport frei!
      Thomas

    • Rainer Kirsch on 3. September 2012 at 06:11
    • Antworten

    Oh oh. Geh das nächste mal zu malinger nach Ansbach oder schorradt nach gunzenhausen.
    Das sind beides auch Läufer.
    Gute Besserung.

  1. Hallo Thomas,

    wie Du schon selbst schreibst – die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber Du bist noch jung und wenn es nicht München wird, dann vielleicht im Frühjahr an anderer Marathon. Riskier nicht zu viel!

    Gute Besserung und alles Gute!

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. Oje, das ist nicht gut. Ich wünsche dir alles gute!

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